Rosneft steigerte seinen Durchsatz in den deutschen Raffinerien und erhöhte in 2016 die Rohöllieferungen nach Deutschland
13. Februar 2017

Rosneft und BP beschließen die Auflösung des Joint Venture Ruhr Oel GmbH in Deutschland

Dissolution Joint Venture BP

Rosneft und BP geben die Auflösung ihres Raffinerie- und Petrochemie-Joint Venture Ruhr Oel GmbH (ROG) in Deutschland mit Wirkung vom 1. Januar 201 bekannt.


Aufgrund der JV-Umstrukturierung wird Rosneft zu einer direkten Inhaberin und erhöht seinen Anteilsbesitz an der Bayernoil-Raffinerie von 12.5% auf 25%; an der MiRO-Raffinerie von 12% auf 24% und an der PCK-Raffinerie von 35.42% auf 54.17%. Im Gegenzug konsolidiert BP 100% des Kapitals der Gelsenkirchen-Raffiniere und des Lösungsmittelfertigungswerks DHC Solvent Chemie.

Die Umstrukturierung von ROG befähigt Rosneft zu einer wesentlichen Stärkung seiner Positionen in einem der vielversprechendsten Ölproduktmärkten Europas, ebenfalls eine traditionelle Region des operativen Geschäfts der Gesellschaft. Aufgrund der JV-Umstrukturierung erwirbt Rosneft über 12% der Raffineriekapazität insgesamt in Deutschland mit einem Raffineriegesamtdurchsatz von 12.5 Mio. Tonnen jährlich. Die Gesellschaft wird zur drittgrößten Ölraffineriegesellschaft im deutschen Markt und beginnt mit dem Aufbau eines eigenen Geschäfts im Land durch ihre neue Tochter, Rosneft Deutschland.

Diese Transaktion ist ein weiterer Beweis der Intensivierung der Zusammenarbeit im Energiesektor zwischen Russland und Europa, basierend auf effizienten Öllieferungen an Raffinerien über die Druzhba-Pipeline. Rosneft ist aufgrund logistischer Vorteile in der Lage zur effizienten Durchführung seiner operativen Transaktionen in Deutschland. Gleichzeitig wird die Umsatzmarge für Rosneft-Ölprodukte maximiert infolge des Zugangs zu Endverbrauchern.

Gleichzeitig bietet die Beteiligung an den größten deutschen Raffinerien die Möglichkeit zur Intensivierung der Integration mit der Rosneft-Handelsabteilung, wodurch die wirtschaftliche Performance der durchgeführten Investition erhöht wird.

Rosneft und BP vereinbarten in einem Joint Venture-Umstrukturierungsvertrag den allmählichen Übergang in die Marketingkette für Erdölprodukte, wodurch eine vollständige und fristgerechte Umsetzung von Verträgen mit Raffineriekunden während der Übergangsphase gewährleistet ist. Die Unternehmen haben den Abschluss dieser Phase auf Ende 2018 vereinbart.

Rosneft hat die Absicht, in Zukunft aktiv langfristige Lieferverträge für die Sicherstellung der kontinuierlichen Lieferung hochwertiger Erdölprodukte an Verbraucher zu nutzen.

Die Aufnahme der unabhängigen Geschäftstätigkeit in Deutschland wird zur Ausweitung der internationalen Präsenz der Gesellschaft im Segment Spezialprodukte beitragen. Rosneft plant nach Beendigung der Übergangsphase den Verkauf des in den deutschen Raffinerien der Gesellschaft erzeugten Kerosins unter direkten Verträgen mit Fluggesellschaften in den wichtigen deutschen Flughäfen. Darüber hinaus plant die Gesellschaft den Einstieg in den deutschen Straßenbaumarkt mit einem speziellen Sortiment an polymermodifizierten Bitumenprodukten (PMB) Alfabit. Rosneft plant, die Alfabit-Rezepturen in Zusammenarbeit mit einer Reihe deutscher Institute und Forschungsinstitutionen an die speziellen Anforderungen des deutschen Markts anzupassen. Darüber hinaus plant das Unternehmen die Organisation der Lieferungen von Schiffskraftstoffen an deutsche Seehäfen.

 

Anmerkungen für die Redakteure:

Rosneft und BP gaben im Januar 2016 den rechtlich bindenden Vertrag über die Auflösung des Joint Venture Ruhr Oel GmbH (ROG) im Rahmen eines zuvor initiierten Prozesses der Umstrukturierung dieses Raffinerie- und Petrochemie-Unternehmens in Deutschland.

Die MiRO-Raffinerie befindet sich in Karlsruhe, Baden-Württemberg. Dies ist die größte Raffinerie in Deutschland und die modernste und leistungsfähigste in Europa mit einer Kapazität von 14.9 Mio. Tonnen jährlich (Rosnefts Nettoanteil an der Kapazität beträgt 3.6 Mio. Tonnen jährlich) bei einem Nelson-Index von 9.4.
Die PCK Raffinerie GmbH hat ihren Sitz in Schwedt, Brandenburg. Der Standort der Raffinerie ermöglicht die Lieferung von Urals über die Druzhba-Pipeline. Der Erdöl-Durchsatz der Raffinerie beträgt bis zu 11.6 Mio. Tonnen jährlich, bei einem Nelson-Index von ca. 9.8.
Die Bayernoil-Raffinerie liefert Kraftstoff nach Bayern und den nördlichen Teil von Österreich. Die Rohölverarbeitungskapazität von Bayernoil liegt bei 10.3 Mio. Tonnen jährlich (Rosnefts Anteile beträgt 2.6 Mio. Tonnen jährlich), bei einem Nelson-Index von ca. 6.8.